6 Uhr 30

Heut morgen früh um 6 Uhr dreißig schon
Zerriss ein kreischend penetranter Ton
Den kleinen Frieden, den die Nacht mir zugestand
Nachdem ich Schlaf erst in den frühen Morgenstunden fand

Die Augen zu öffnen scheint unglaublich schwer
Wenn ich nur nicht so müde wär’!
Unmöglich scheint es aufzustehen
Um all’ den Pflichten nach zu gehen
Die eine nach der ander’n mein Bewusstsein jetzt erreicht 
Je mehr das bisschen Schlaf dem morgentlichen Leben weicht

Maastricht

Zusammen kamen ein paar Staaten
Über Kooperation sich zu beraten
Ein Pakt sollte es werden
Unverbrüchlich hier auf Erden

Gegensätzlichste Positionen – hinweg diplomatisiert
Bis die Aussage gänzlich ihr Gesicht verliert
Und offen bleibt für JEDE Interpretation
Beendet war die Diskussion
Geführt elastisch und stets „positiv“ mit Freundlichkeit
Die stählern verdeckte den bestehenden Streit

Balance

So flüchtig wie ein Atemzug
Notwendig wie die Atemluft
Ihrem Wesen nach extrem fragil
Investieren die Menschen trotzdem viel
Zu finden die Balance im Leben
Ein täglich neues Streben
Denn die Balance – einmal gefunden
Ist im Augenblick darauf auch schon entschwunden
So leicht verschiebt sich das Gleichgewicht
Durch Momente – wie ein Blick ins Sonnenlicht

Planlos

Die Erwartung der Gesellschaft ist
Dass ein Leben geradeaus verläuft
Und nicht gehäuft
Die Richtung neu vermisst

Unzählige Möglichkeiten
Dir aber Schwierigkeit bereiten
Dich für die Richtung zu entscheiden
Und bei der Richtung auch zu bleiben
Das gilt für Beruf und für die Partnerwahl
Die Wahl kommt immer mit der Qual
Und mit der Angst falsch auszuwählen
Und sich hernach damit zu quälen

Liebende

Ein Mann sieht eine Frau
Er betrachtet sie sanft und doch genau
Es fliegen Schmetterlinge in seinem Bauch
Sie schaut auf: sie fliegen bei ihr auch
Sie wollen nie mehr auseinander gehen
Alle Zukunft zusammen bestehen

Ein liebendes Paar zu sehen
Rührt das Herz, lässt alle Bitterkeit vergehen
Weckt Hoffnung und Erinnerungen
Für den Moment ist aller Hass verklungen

Vegetarisch gescheitert

Osterfeiertage – freie Zeit
Herrlich … wär‘ da nicht eine Kleinigkeit
Familie und Freunde haben sich angesagt
Und nach dem Ostermahl gefragt

Ich mag sie alle wirklich sehr
Und für sie kochen noch viel mehr
Mindestens 3 Gänge plant‘ ich in der Tat
Raffiniert, gesund und delikat

Um die Umwelt und das Tier zu schützen
Sagt die Familie würd‘ es nützen
Dem Fleisch den Rücken zuzukehren
Sich also vegetarisch zu ernähren

Bescheidenheit

„Bescheidenheit ist eine Zier
Doch weiter komm’ ich ohne Ihr“
Motto vieler jetzt und hier
Masken des Lächelns kaschieren berechnende Gier

Jeder Funken von Vertrauen
Wird genutzt zum Weiterkommen
Ohne zu fragen wird alles genommen
Das lässt in kalte Seelen schauen