Gegenentwurf

Aller Orten kann man hören oder lesen
Das Leben sei zu aufwühlend gewesen
Man suche nach Entspannung und nach Frieden
Habe sich für Meditation und Ruhe nun entschieden

In zu kurzer Zeit sich auf zu viele Dinge einzustellen
Sei eine der wesentlichen Quellen
Für Stress und Überforderung
Die Geißel der Bevölkerung

Zwar kann ich theoretisch das verstehen
Doch fremd ist mir dies Problem
Dieser sogenannte Stress ist mir
Herausforderung und Lebenselixier

Der Morgen danach

Das erste morgendliche Sommerlicht
Streift sanft und prickelnd über mein Gesicht
Ich wache auf und blinzle in den Morgen
Und seh’ ihn: Schlafend, ohne Sorgen
Die Erinnerung an letzte Nacht
Die Umarmung: Feurig, zugleich ganz sacht
Erscheint mir unwirklich, doch wunderbar
Ist, was geschehen ist, wirklich wahr?
Hab’ ich’s gewollt und was will ich jetzt?
Hat sich Zweifel gegen Wonne durchgesetzt?

Goethes Faust I: 1000 Dank an das Anna-Funk-Ensemble!

DANKE an das Anna-Funk-Ensemble, das diesen Abend zu einem Großartigen machte!!! Eine in jeder Hinsicht grandiose Darbietung! Pur, klar und intensiv: Manchmal ist es ein wahrer Segen, wenn keine aufwändige Theaterkulisse vom eigentlichen Spiel ablenkt. Von diesem intensiven Mephisto, der so mühelos Ernst und Spiel, zerstörerische Boshaftigkeit und kluge Lebensweisheit abbildet, von dem starken Gretchen, das dennoch dem Untergang geweiht ist und im Untergang nicht seine Würde verliert, sondern findet, und von dem an sich selbst so authentisch verzweifelnden Faust (der alte und der junge Faust gleichermaßen) möchte man sich wirklich durch nichts und niemanden ablenken lassen!

Der Scharlatan

Seine Worte immer wohl gesetzt
Sein Auftreten eloquent und souverän 
Die Etikette hat er nie verletzt
Als Gast bei jedem Anlass gern gesehen

Was er gesagt, klang stets vernünftig und plausibel
Nicht nachprüfbar – strategisch weit voraus gedacht
Wirkte intellektuell behänd‘ und sehr flexibel
Weshalb er es beruflich weit gebracht

Er fand sich in diversen Aufsichtsräten wieder
Seine Äußerungen stets relativierend und abstrakt
Woran niemand einen Anstoß nahm, zu souverän kam alles ‘rüber
Zudem ist in solchen Gremien konkreter Rat gar nicht gefragt

Zeit

Durch Einstein wissen wir definitiv
Die Zeit ist nicht statisch sondern relativ
Sie vergeht mit unterschiedlicher Geschwindigkeit
Doch das war gar keine Neuigkeit!
Alle hatten’s schon erfahren
Die mal an einem Bahnsteig waren
Um dort zu warten auf den Zug
Kurz zu warten ist schon genug
Um zu verstehen
Dass die Minuten hier langsamer vergehen

Freiheit

Man sagt, dass wir in Freiheit leben,Demokratie hat diesen Luxus uns gegeben.Können gehen, wohin wir wollen,niemand sagt uns, was wir denken sollen. Können frei entscheiden, wen wir lieben,Lebensumstände wieder verschieben,soweit Qualifikationen dazu nicht fehlen, kann jeder den Beruf frei wählen. Tausend Möglichkeiten werden geboten,individuell das Leben auszuloten,sich Meinungen zu bilden, wie’s einem beliebt:Freiheiten, die es andernorts„Freiheit“ weiterlesen

Schuldenfrei

Allzu oft sind wir bereit,Dinge, die wir wirklich lieben,auf eine unbekannte Zeitin die Zukunft zu verschieben. Notwendigkeiten oft prioritär;Wohlstand anzuhäufen – auch ein Grund dafür.Oder Kinder großzuziehen und dergleichen mehr:Erst die Pflicht, später kommt die Kür! Für irgendwann plant man die Phase,in der man sorglos und ganz frei,eintaucht in des Lebens Glücksoase,als ob das selbstverständlich„Schuldenfrei“ weiterlesen

42

Schon Einstein hat in der PhysikSich Kopf und Geist zerbrochenZu finden die WeltmathematikHat sich von Formeln Antworten versprochen Philosophisch wollten Hegel, Marx und KantErklärungen mit Worten findenFanden unterschiedlichste Ansätze interessantDoch ließen Theorie und Praxis sich nicht verbinden Auch Literaten haben oft versuchtDen Lebensfragen sich zu nährenHaben das eigne Scheitern dann verfluchtKonnten Antwort nicht gewähren Dieselbe„42“ weiterlesen