Balance

So flüchtig wie ein Atemzug
Notwendig wie die Atemluft
Ihrem Wesen nach extrem fragil
Investieren die Menschen trotzdem viel
Zu finden die Balance im Leben
Ein täglich neues Streben
Denn die Balance – einmal gefunden
Ist im Augenblick darauf auch schon entschwunden
So leicht verschiebt sich das Gleichgewicht
Durch Momente – wie ein Blick ins Sonnenlicht

Planlos

Die Erwartung der Gesellschaft ist
Dass ein Leben geradeaus verläuft
Und nicht gehäuft
Die Richtung neu vermisst

Unzählige Möglichkeiten
Dir aber Schwierigkeit bereiten
Dich für die Richtung zu entscheiden
Und bei der Richtung auch zu bleiben
Das gilt für Beruf und für die Partnerwahl
Die Wahl kommt immer mit der Qual
Und mit der Angst falsch auszuwählen
Und sich hernach damit zu quälen

Liebende

Ein Mann sieht eine Frau
Er betrachtet sie sanft und doch genau
Es fliegen Schmetterlinge in seinem Bauch
Sie schaut auf: sie fliegen bei ihr auch
Sie wollen nie mehr auseinander gehen
Alle Zukunft zusammen bestehen

Ein liebendes Paar zu sehen
Rührt das Herz, lässt alle Bitterkeit vergehen
Weckt Hoffnung und Erinnerungen
Für den Moment ist aller Hass verklungen

Bescheidenheit

„Bescheidenheit ist eine Zier
Doch weiter komm’ ich ohne Ihr“
Motto vieler jetzt und hier
Masken des Lächelns kaschieren berechnende Gier

Jeder Funken von Vertrauen
Wird genutzt zum Weiterkommen
Ohne zu fragen wird alles genommen
Das lässt in kalte Seelen schauen

Der Fremde

Ich seh‘ Dich seit Jahren jeden Tag
Kenn‘ jede Kontur in Deinem Gesicht
Freu‘ mich auf Dein Lächeln, das ich so mag
Doch Deinen Namen kenn‘ ich nicht

Morgens 8 Uhr 15, Linie vier
Wie immer steigst Du ein
Ich heb‘ den Kopf – seh‘ zu Dir
Draußen blitzt der Sonnenschein