Realität ist das, was ISTWonach Wahrheit sich bemIsSTWas Luftschlösser auffrIsSTWas man auch allzu gern vergIsSTWas man bei Theorien oft vermIsSTBenennst Du sie, bist Du ein PessimISTFärbst Du sie schön, ein OptimISTFärbst Du sie schwarz, ein FatalISTRealität benutzt niemals eine LISTZwischen Fakten gibt es keinen ZwISTRealität bewertet nicht, nimmt Dich, so wie Du bISTOb Menschenfreund, ob EgoISTNur„Realität“ weiterlesen
Kategorie-Archive: Poesie
Sonne
Der Tag in gleißendes Licht getaucht
So dass jedes Problem verraucht
So hell, so leicht, so unbeschwert
Erscheint alles im Leben liebenswert
Im hellen, warmen Sonnenlicht
Erreichen Dich die Plagen nicht
Wie eine Blume öffnet das Leben sich
Einfach, klar und großartig
Schön ist’s dies friedlich zu genießen
Bis dass die Schatten wieder sprießen
Denn verliert die Sonne ihre Kraft
Wird Leichtigkeit dahingerafft
Die Wärme zieht sich mit zurück
Gedanken
So wie das Wasser formt den Stein
Fließen Gedanken dort hinein
In das reale Leben
Es zu verändern, ihm eine (andere) Form zu geben
Können es runden, schärfen oder erweitern
Es verfeinern, es erheitern
Kontraste bilden, Kanten pointieren
Systeme schaffen und Erkenntnis initiieren
Die Phrase
Wusstest immer von ihrer Existenz
Bist ihr früher nur seltener begegnet
Heut’ scheint sie die einzige, die Du kennst
Man hat ihr wohl auch den Weg geebnet
Sie zeichnet sich aus durch Wortreichtum
Durch Inhaltsleere gelangte sie
Zu außerordentlichem Ruhm
So populär wie heut’, war sie noch nie
Ungeboren
Vor Monaten spürt’ ich den ersten Hauch
Von neuem Leben in meinem Bauch
Freude und Unfassbarkeit
Unwirklich und doch Wirklichkeit
Diffus war der Gedanke noch
Gleichzeitig auch Gewissheit doch
Mein „altes“ Leben ganz allein
Wird von Dauer nicht mehr sein
Alles wird sich ändern, das ist klar
Nichts wird so bleiben, wie es war
Paradiesvogel
Ein Paradiesvogel mit schillerndem Gefieder
Ließ sich überraschend in meinem Leben nieder
War fasziniert von seinen Farben
Und wie er sie zur Schau getragen
Verführerisch war sein Gesang
Wortgewandt und ungemein galant
Unwiderstehlich seine Gegenwart
War in Glückseligkeit erstarrt
Chaos
Eben noch ein ganz normales Leben
Alles in Ordnung – Anzeichen hat es nicht gegeben
Dann ein einziges Wort an richtiger Stelle
Und in Sekundenschnelle
War nichts mehr, wie es war
Ein neues Lebensgefühl war da
Zunächst noch klein doch schon bedeutend
Wuchs es täglich an, täglich mehr Raum erbeutend
Rückzug aus bekanntem Gebiet
Alle Energie zum Neuen hinzieht
Anmutiges Lebensfeuer verbrennt alte Gewohnheiten
Und zudem verschiedene andere Kleinigkeiten
6 Uhr 30
Heut morgen früh um 6 Uhr dreißig schon
Zerriss ein kreischend penetranter Ton
Den kleinen Frieden, den die Nacht mir zugestand
Nachdem ich Schlaf erst in den frühen Morgenstunden fand
Die Augen zu öffnen scheint unglaublich schwer
Wenn ich nur nicht so müde wär’!
Unmöglich scheint es aufzustehen
Um all’ den Pflichten nach zu gehen
Die eine nach der ander’n mein Bewusstsein jetzt erreicht
Je mehr das bisschen Schlaf dem morgentlichen Leben weicht
Verbundenheit
Viele Jahre Ehe
Lieb und Leid und Nähe
Da, wo die Nähe Euch geschunden
Habt Differenzen Ihr verwunden
Dem andern Eig‘nes zugestanden
So kamt Ihr niemals Euch abhanden
Jahre habt gemeinsam ihr durchschritten
Gelacht, geträumt und auch gelitten
Vergangenheit
Bin zurückgekehrt an jenen Ort
An dem ich aufgewachsen bin
Kenne jeden Baum und jedes Sandkorn dort
Tausend Erinnerungen in meinem Sinn
Aber tatsächlich kenn’ ich hier
Absolut nichts und niemand mehr
Zwar sieht vieles noch so aus wie früher
Doch dieser Schein trügt sehr
Ganz andere Menschen, die hier jetzt leben
Dort, wo früher Wiesen waren, wurde viel gebaut
Die einstige Idylle wurde zwar nicht aufgegeben
Immer noch schön, doch gar nicht mehr vertraut
