Sonnenaufgang

Sonnenstrahlen: Golden, gelb und schwer
Kriechen durch das Fenster zu ihr her
Erfassen langsam nach und nach
Den Tisch, den Stuhl, das ganze Gemach
Unentschlossen steht sie in der Tür
Ist sie wirklich gut genug dafür?
Einzutauchen in diesen Glanz?
Teilzunehmen an der Sonnenstrahlen Tanz?
Oder kommt der Rückzug in den Schatten
Ihren Unzulänglichkeiten eher zu statten?

Ordnung

Vielen Menschen so verhasst
Weil sie nicht in ihr Leben passt
Beschränkt den kreativen Geist
Wie es immer wieder heißt

Das aber ist zu kurz gesprungen
Denn Ordnung ist nur dann gelungen
Wenn der Geist zuvor hat ein System erdacht
In dem die Ordnung Sinn und Mehrwert schafft

Schon dies ist durchaus kreativ
Komplex und tatsächlich innovativ

Lebenskunst

Tatsächlich ist es wirklich wahr:
Dieser Mann ist über 80 Jahr‘
Ge- und erlebt das lange Leben
Doch sich dem Leben nicht ergeben
Höhen und Tiefen ohne Furcht durchschritten
Dabei geliebt, genossen und auch gelitten
Schon in der Jugend voller Ehrgeiz, voller Kraft
Sich interessiert für Kunst und Wissenschaft
In der Lebensmitte sich dem Erfolg verschrieben
Sich am Leben ge- aber nicht aufgerieben

Das Feine

Das Gewürz, das Fakten ein “Geschmäckle” gibt
Das Feine, das sich in die Sätze schiebt
Der Hauch, der zwischen Zeilen sich versteckt
Sind der Sprache großartigster Aspekt
Diesen filigranen, intellektuellen Ranken
Hat Sprache die Bedeutung zu verdanken
Leise Zwischentöne, die sich in die Sätze schleichen
Können Statements lautstark unterstreichen

Phönix

Der Sommer war vorbei gegangen
Ohne dass die Lebensfreude sie erreichte
In übergroßer Sehnsucht so gefangen
Dass ihr Herz sogar am lauen Sommerabend kalt erbleichte
Sonnenuntergänge, golden und schön
Konnten zwar ihre Augen, nicht aber ihre Seele sehen

Die Seele war im Winterschlaf
Das Leben mit Funktionalität entehrt
Für Gefühle keinerlei Bedarf
Der Hoffnung den Zugang zur Seele verwehrt
Ein stabiler Zustand war so entstanden
Jedoch war keine Zartheit mehr vorhanden

Glück

Ein neuer Tag im Leben
Gesetzte Ziele anzustreben
Notwendigkeiten einzurichten
Erfolge zu erleben, zu erfüllen alle Pflichten
Viel zu tun in wenig Zeit
Und doch, bei all der Betriebsamkeit
Bleibt Leere irgendwo
Trotz allen Freuden, wieso?
So gehen die Tage denn dahin
Angefüllt, doch ohne Sinn
Die Frage nach der Leere offen
Weiter suchen und auf Antwort hoffen
Da seh‘ ich zwischen 1000 Menschen DICH ….

Inspiration

Ein eigensinniger Gast, den ich nur allzu gern empfange
Hoffend, er kommt häufig und bleibt recht lange
Anders als bei anderen Gästen, mit denen wir zu Abend aßen
Und bei denen wir dann gleichermaßen
Erfreut waren zu sehen, 
Wie sie kommen und wieder gehen
Für die Inspiration stehen meine Türen immer offen
Hör’ nicht auf, auf ihren Besuch zu hoffen
Leider macht sie sich gern rar
Ihr Besuch ist nicht verhandelbar

Worte

Das wunderbare aller Worte 
Sie können reisen ohne Grenzen und an alle Orte
Sie transportieren Gedanken grob und fein
Zu Menschen ob nah, ob fern, ob groß, ob klein

Worte: So viele Möglichkeiten
Können Anstoß, Freud und Leid bereiten
Können Wissen speichern
Leben retten und bereichern

New York

Moloch der Betriebsamkeit
Vielfalt in aller reinster Form
Dennoch kein Leben ohne Norm
Hoch ist die Geschwindigkeit
Im Denken, Schaffen und Gewinne maximieren
Und sie genauso schnell wieder verlieren

Und hart ist dieses Leben dort
24/7 ist man verhaftet
Großer Druck auf jedem lastet
Kein Müßiggang an diesem Ort
Doch unendlich viele Möglichkeiten
Den Gegenwert dafür bereiten