Phönix

Der Sommer war vorbei gegangen,
ohne dass die Lebensfreude ihn erreichte.
In übergroßer Sehnsucht so gefangen,
dass sein Herz sogar am lauen Sommerabend kalt erbleichte.
Sonnenuntergänge, golden und schön
konnten zwar seine Augen, nicht aber seine Seele sehen.

Die Seele war im Winterschlaf,
das Leben durch Funktionalität entehrt,
für Gefühle keinerlei Bedarf,
der Hoffnung den Zugang zum Herzen verwehrt.
Ein stabiler Zustand war entstanden,
jedoch war keine Zartheit mehr vorhanden.

Mit diesem Dasein arrangiert,
strichen Jahreszeiten schnell vorbei.
Das Leben durch Notwendigkeit regiert,
ob Sommer, Winter: Einerlei.
Doch als er heut‘ den kalten Regen sah,
nahmen nicht nur seine Augen des Sommers Ende wahr!
Die Natur verhüllt in dunklem Grau,
begann sich sein eig’nes Dunkel doch zu lichten:
Er spürte seit Langem wieder ganz genau,
er kann den Blick nach vorne richten!

© 2021 Joanna Watson Stein

Photo by Daniel Mingook Kim on Pexels.com

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