Mein Auge kann nicht ohne sie
Entspannt den Geist mit ihrer Ausgleichsstrategie
Balance als Grundsatz-Philosophie
Ästhetisches Erfolgsrezept mit Gelingens-Garantie
Eine ganz spezielle Ordnungskategorie
Verleiht Architektur ganz besondere Magie
Manche Menschen aber langweilt sie
Vermissen disruptive Elemente in der Symmetrie
Mögen das Formale nicht, identifizieren vermeintlich Monotonie
Mich langweilt sie dagegen nie
Ihre Ausgewogenheit ist voll von Energie
Kategorie-Archive: Poesie
Abgrund
Hier nun steht er mitten in diesem Leben
Ist von vielen Menschen Tag um Tag umgeben
Leidet weder Hunger noch fehlt es ihm an anderen Dingen
Versucht pflichtbewusst, dem Gesicht ein Lächeln aufzuzwingen
Auf der Karriereleiter oben, beruflich hoch geachtet
Wird mit Ehrfurcht allzu oft betrachtet
Sollte selbstbewusst und sehr zufrieden sein
Entspannt und seiner Umwelt Glück verleihen
Doch ihm ist kalt, eiskalt
Findet in sich selber keinen Halt
Spürt, wie er rutscht, unaufhaltsam – jeden Tag ein Stückchen mehr
Sieht den Abgrund vor sich: bodenlos und leer
Klammert sich mit aller Kraft am Alltag fest
Hofft dass ihn nicht die Kraft verlässt
Ausweglos, das ist ihm vollkommen klar
Weiß nicht was tun, ist vor Panik starr
Herbst
Kornfelder biegen sich im Wind
Buntes Laub fegt durch die Luft
Weiße Wolken am Himmel zieh’n geschwind
Überall des Herbstes saurer, trockner Duft
Und über allem strahlt die gold’ne Sonne
Kraft liegt in dieser Jahreszeit
Mit ihren reichen Erntegaben
Doch auch ein Hauch Vergänglichkeit
Mischt sich zu prachtvoll, bunten Farben
Deren Intensität ist wahre Wonne
Standpunkt
Nun steh’ ich hier an diesem Punkt und es ist keine Zauberei
Verschlungen war der Pfad hierher
Jede Windung gab den Blick auf neue Argumente frei
Und brachte mich dem Standpunkt etwas näher
Liebliche Pros von reißenden Contras durchzogen
Einige manchmal seichter als von Ferne gedacht
Pros, deren Höhe und Größe die der Contras überwogen
Haben den Stand an diesem Punkt hier ausgemacht
Der Morgen danach
Das erste morgendliche Sommerlicht
Streift sanft und prickelnd über mein Gesicht
Ich wache auf und blinzle in den Morgen
Und seh’ ihn: Schlafend, ohne Sorgen
Die Erinnerung an letzte Nacht
Die Umarmung: Feurig, zugleich ganz sacht
Erscheint mir unwirklich, doch wunderbar
Ist, was geschehen ist, wirklich wahr?
Hab’ ich’s gewollt und was will ich jetzt?
Hat sich Zweifel gegen Wonne durchgesetzt?
Upgrade
In der Holzklasse geboren
Hatte er sich gleich geschworen
Fleiß und Mühe zu verwenden
Um in was Besserem zu enden
So plagte er sich viele Jahr’
Bis er am Ende auch erfolgreich war
In Händen hielt er schließlich das
Lebensticket “Business Class”
Unverhofft
Du bist in mein Leben
Einfach so hineingetreten
Hab’ nicht gesucht nach Dir
War eigentlich gerad’ genug mit mir
Plötzlich aber warst Du da
Ein einziges Gespräch – und wir waren uns ganz nah
Als wär’s schon immer so gewesen
Konnt’ ich Deine Seele lesen
Schuldenfrei
Allzu oft sind wir bereit,Dinge, die wir wirklich lieben,auf eine unbekannte Zeitin die Zukunft zu verschieben. Notwendigkeiten oft prioritär;Wohlstand anzuhäufen – auch ein Grund dafür.Oder Kinder großzuziehen und dergleichen mehr:Erst die Pflicht, später kommt die Kür! Für irgendwann plant man die Phase,in der man sorglos und ganz frei,eintaucht in des Lebens Glücksoase,als ob das selbstverständlich„Schuldenfrei“ weiterlesen
Zürich
Eine Stadt am See, schlicht nur ein Ort
Doch ist irgendwas Besond‘res dort
Obwohl es so viele schöne Städte gibt
Hab‘ ich nirgends sonst so intensiv gelebt, geliebt
War schon sehr oft in dieser Stadt
Beruflich, wegen der Ärzte Rat
Oder am Wochenende als Tourist
Die Stadt, die offen und doch felsenfest verlässlich ist
Auszeit
Lauer Wind bewegt die Luft
Sanft rauschen die Wellen im Meer
Leichter Rosenduft
Friedlich, ruhig und menschenleer
Bei einem Haus nicht weit vom Strand
Eine Terrasse und ein Garten in den Dünen
An der östlichen Spitze von Long Island
Wo Hortensien immer blühen
