Die Kinder der Revolution

Als sie die Bühne der Gesellschaft einst betreten
Hatten sie Vielfalt hochgepriesen
Waren für Toleranz und Freiheit eingetreten
Hatten auf Meinungsfreiheit oft verwiesen

Dieselben Menschen – heute etabliert
Gefallen sich in ihrem Spiegelbild
Haben mit Selbstgerechtigkeit sich reduziert
Und engstirnig zur Meinungspolizei sich degradiert

Sprechen weiterhin von Toleranz
Haben die Bedeutung allerdings begraben
Vergessen – sich permanent empörend – ganz
Respekt vorm Andersdenkenden zu haben

NICHTS

Nichts ist mir lieber
Nichts ist mir fremd
Nichts hat kein Für und auch kein Wider
Nichts ist das, was niemals trennt
Nichts liegt mir ferner
Nichts ist so beliebt
Nichts erscheint uns inhaltsärmer
Nichts ist das, aus dem sich nichts ergibt
Nichts soll meist verschwiegen werden
Nichts kann man nicht noch mal teilen
Nichts ist auf Fakten nicht zu erden
Nichts kann nur im Nichts verweilen

Zürich

Eine Stadt am See, schlicht nur ein Ort
Doch ist irgendwas Besond‘res dort
Obwohl es so viele schöne Städte gibt
Hab‘ ich nirgends sonst so intensiv gelebt, geliebt

War schon sehr oft in dieser Stadt
Beruflich, wegen der Ärzte Rat
Oder am Wochenende als Tourist
Die Stadt, die offen und doch felsenfest verlässlich ist

Realität

Realität ist das, was ISTWonach Wahrheit sich bemIsSTWas Luftschlösser auffrIsSTWas man auch allzu gern vergIsSTWas man bei Theorien oft vermIsSTBenennst Du sie, bist Du ein PessimISTFärbst Du sie schön, ein OptimISTFärbst Du sie schwarz, ein FatalISTRealität benutzt niemals eine LISTZwischen Fakten gibt es keinen ZwISTRealität bewertet nicht, nimmt Dich, so wie Du bISTOb Menschenfreund, ob EgoISTNur„Realität“ weiterlesen

Sonne

Der Tag in gleißendes Licht getaucht
So dass jedes Problem verraucht
So hell, so leicht, so unbeschwert
Erscheint alles im Leben liebenswert
Im hellen, warmen Sonnenlicht
Erreichen Dich die Plagen nicht 
Wie eine Blume öffnet das Leben sich
Einfach, klar und großartig
Schön ist’s dies friedlich zu genießen
Bis dass die Schatten wieder sprießen
Denn verliert die Sonne ihre Kraft
Wird Leichtigkeit dahingerafft
Die Wärme zieht sich mit zurück

Die Frau, die Nein sagte – Ein Portrait von Francoise Gilot

Sollte der Sommer nicht halten, was ein Sommer an Sonne & Wärme normalerweise verspricht, oder sollte uns die Covid-Situation in Gestalt der Delta-Variante unerwartet einsame Lock-Down-Tage bescheren, gibt es immer noch diese lohnende Fall-Back-Option: Ein gelungenes Portrait von Francoise Gilot – jenseits des von Picasso geworfenen Klischee-Schattens!

Ungeboren

Vor Monaten spürt’ ich den ersten Hauch
Von neuem Leben in meinem Bauch
Freude und Unfassbarkeit
Unwirklich und doch Wirklichkeit
Diffus war der Gedanke noch
Gleichzeitig auch Gewissheit doch
Mein „altes“ Leben ganz allein
Wird von Dauer nicht mehr sein
Alles wird sich ändern, das ist klar
Nichts wird so bleiben, wie es war