Eben noch ein ganz normales Leben
Alles in Ordnung – Anzeichen hat es nicht gegeben
Dann ein einziges Wort an richtiger Stelle
Und in Sekundenschnelle
War nichts mehr, wie es war
Ein neues Lebensgefühl war da
Zunächst noch klein doch schon bedeutend
Wuchs es täglich an, täglich mehr Raum erbeutend
Rückzug aus bekanntem Gebiet
Alle Energie zum Neuen hinzieht
Anmutiges Lebensfeuer verbrennt alte Gewohnheiten
Und zudem verschiedene andere Kleinigkeiten
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6 Uhr 30
Heut morgen früh um 6 Uhr dreißig schon
Zerriss ein kreischend penetranter Ton
Den kleinen Frieden, den die Nacht mir zugestand
Nachdem ich Schlaf erst in den frühen Morgenstunden fand
Die Augen zu öffnen scheint unglaublich schwer
Wenn ich nur nicht so müde wär’!
Unmöglich scheint es aufzustehen
Um all’ den Pflichten nach zu gehen
Die eine nach der ander’n mein Bewusstsein jetzt erreicht
Je mehr das bisschen Schlaf dem morgentlichen Leben weicht
Balance
So flüchtig wie ein Atemzug
Notwendig wie die Atemluft
Ihrem Wesen nach extrem fragil
Investieren die Menschen trotzdem viel
Zu finden die Balance im Leben
Ein täglich neues Streben
Denn die Balance – einmal gefunden
Ist im Augenblick darauf auch schon entschwunden
So leicht verschiebt sich das Gleichgewicht
Durch Momente – wie ein Blick ins Sonnenlicht
Der Fremde
Ich seh‘ Dich seit Jahren jeden Tag
Kenn‘ jede Kontur in Deinem Gesicht
Freu‘ mich auf Dein Lächeln, das ich so mag
Doch Deinen Namen kenn‘ ich nicht
Morgens 8 Uhr 15, Linie vier
Wie immer steigst Du ein
Ich heb‘ den Kopf – seh‘ zu Dir
Draußen blitzt der Sonnenschein
