Malik (Bequemlichkeit II)

Malik ist ein Egoist,
der aus Bequemlichkeit nicht denkt, nicht liebt, nicht liest.

Als die Leere ihm aus der Seele troff’
und er weiter verbot’nen Fusel soff‘,
wünschte er sich heimlich `ne Kalaschnikow.

Seine angetrunk’nen Kumpel waren auch dabei,
gemeinsam brüllten sie, dass kämpfen doch das Größte sei!
So ging der Abend dann vorbei,
was blieb war leeres Einerlei.

Ein neuer Tag brach an
und weil Malik nichts gelernt hat und nichts kann,
sein Selbstwertgefühl ihm durch die Finger rann!
Aus lauter Frust klickt er das Darknet an,
dort schaut er, wie man Bomben bauen kann.

Weil er nur Aggression und Einfalt in sich hat,
denkt er zufrieden an ein Attentat:
Wähnt sich bereits als Held im Gottesstaat.
Euphorisch fragt er einen Klügeren um Rat,
ob er ihm einen Plan verrat
für eine wirklich üble Tat.

Dieser denkt, was für ein Glück es ist,
dass man bei Malik die Moral vermisst,
er schlicht zerstören will und dabei ganz vergisst,
dass die Tat sein eig’nes Leben mit auffrisst.
Das Geschwätz vom Paradies dagegen ist
der Demagogen kluge List,
zu gewinnen den willigen Kamikazist

Malik ist noch gar nicht alt,
doch in Herz und Seele kalt,
hat einfach Freude an Gewalt.
Ausgerüstet mit Geld und auch mit Waffen bald,
macht er vor seinem (Rest)Gewissen nicht mehr Halt:
Schon hat er den Bombengürtel umgeschnallt
und mischt sich in der Stadt in dichten Menschenwald.
Das Letzte was er hört ist, dass es knallt.

© 2021 Joanna Watson Stein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: