Vielleicht

Die Ahnung zart und leicht,
die zur Gewissheit noch nicht reicht.
Die Idee, die sich forsch in die Gedanken schleicht,
doch das Terrain der Logik nicht erreicht.
Das Gefühl, das dem der Liebe gleicht,
und dennoch nicht das Herz erweicht.
Die Erinnerung, die durch die Sinne streicht
und – bevor sie klare Form annimmt – entweicht.
Die Eindrücke aus Morpheus’ Reich:
Schemenhaft und intensiv zugleich.
Worte wohlklingend, doch phrasenhaft und seicht,
so dass jede Aussage vor Scham zur Unkenntlichkeit erbleicht.

Sie alle eint, dass es zur Eindeutigkeit nicht reicht:
Während die Klarheit vor dem Nebelhaften weicht 
und das Vage die Bedeutung unterstreicht,
umweht sie alle dieses unmissverständliche VIELLEICHT

© Joanna W. Stein 2024

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