VIEL einFALT

Abzulehnen ist ein diktatorisches System,
insbesondere wegen der Art mit Meinungsvielfalt umzugehen.
Unerwünschte Auffassungen zu haben, kann man dort kaum wagen:
Bitter ist  das Fehlen der Meinungsfreiheit zu beklagen!

Ist diese Unterdrückung aber überwunden
und endlich Toleranz gefunden,
stellen manche Vielfaltskämpfer fest,
dass nun nicht nur Raum für ihre Meinung, sondern auch für ihnen nicht genehme Denkansätze ist.

Die Geister, die sie einst so dringlich riefen,
ihren Wünschen unversehens zuwiderliefen.
Findig wird die Problematik adressiert,
der Vielfaltskämpfer unbemerkt zum skrupellosen Wendehals mutiert.

Vielfalt wird flugs in „Spaltung“ umgedeutet,
was angeblich Unheil für den Zusammenhalt bedeutet. 
Großer Aufwand wird auch medial getrieben,
geschäftig wird die böse Spaltung Tag für Tag herbeigeschrieben.

Man staunt, denn Unterschiede hat es immer schon gegeben,
zwischen Nord und Süd und Jung und Alt – das ist das ganz normale Leben.
Auseinandersetzung bringt Erkenntnis – für die Gesellschaft ein Gewinn
Unterschiede geben Demokratie und Meinungsvielfalt doch erst ihren Sinn!

In der „Spaltung“ wird nun aber die Rechtfertigung gesehen,
gegen andere Meinungen gnadenlos ins Feld zu ziehen:
Wie Don Quijote, der in Windmühlen reale Feinde sah,
hysterisch und so gefährlich wie bizarr!

Alle Meinungen, die den eigenen zuwiderlaufen,
verbrennt man nun respektlos plakativ auf dem sozialen Scheiterhaufen.
Inhaltliche Auseinandersetzung wird verweigert,
man sich stattdessen in eine Hybris der Moral ‘reinsteigert.

Kann es nicht fassen, dass Menschen sich aus freiem Willen
und mit Überzeugung in die Dienste dieses Irrsinns stellen.
Wo die Meinungsvielfalt in Gefahr,
sind Engstirnigkeit und Diktatur wieder bedenklich nah!

© 2024 Joanna W. Stein

Photo by Mikhail Nilov on Pexels.com
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